Mehr Geld und mehr Sicherheit! Das erwarten die Beschäftigten von der ME-Tarifrunde

Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen erwarten von den Tarifverhandlungen ab Oktober einen Ausgleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten sowie verlässliche Beschäftigungsbedingungen. Das zeigt die Befragung der IG Metall in den Betrieben.

Zukunft statt Kahlschlag in den Betrieben. Offensive Politik für die Industrie. Soziale Sicherheit im Wandel.

11. September 2026 11. September 2026


Über 14.000 Kolleginnen und Kollegen der Metall- und Elektroindustrie beteiligten sich im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen an der Befragung der IG Metall. Davon über 4.000 allein in Berlin. Mit ihren Antworten stellen sie dem Arbeitgeber-Märchen vom Weltuntergang einen realistischen Blick entgegen. Die wichtigsten Ergebnisse für Berlin, Brandenburg und Sachsen:

  • Alles wird teurer, gerade Lebensmittel und Energie. Das ist für die Beschäftigten das wichtigste Thema. Direkt dahinter folgen die Zukunft des Betriebs und des Arbeitsplatzes.
  • Jedem zweiten Betrieb geht es gut bis sehr gut. Ein Drittel der Beschäftigten sagt: „Geht so“. In nicht einmal jedem fünften Betrieb läuft es schlecht bis sehr schlecht.
  • Deutlich über 80 Prozent halten die Forderung nach einer spürbaren Entgelterhöhung auch in diesen Zeiten für richtig.

Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Die Befragung der IG Metall macht deutlich: Es gibt keinen Grund für Zurückhaltung in dieser Tarifrunde. Die Befragung gibt uns Rückenwind für eine selbstbewusste Forderung.

Aber klar ist auch: Jeden Euro werden wir den Arbeitgebern abringen müssen. Am 22. September beschließen die Tarifkommissionen unsere Forderung. Bis dahin: Beteiligt euch an der Forderungsdebatte der IG Metall. Und dann kämpfen wir alle zusammen für ein gutes Ergebnis!“

Auch bundesweit sind die hohen Preise die größte Sorge

Bundesweit beteiligten sich 267.000 Beschäftigte in 2300 Betrieben an der Befragung. Und auch hier zeigt sich: Die größten Sorgen bereiten den Kolleginnen und Kollegen Befragten gestiegene Kosten für Lebenshaltung (68,9 %) und Gesundheit (58,5 %), gefolgt von der Absicherung im Alter (58,1 %). Mehr als die Hälfte bewegt die Sicherheit des persönlichen Arbeitsplatzes (56,3 %) bzw. die Zukunft für den Betrieb (56,7 %).

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen nehmen die Befragten keinesfalls als durchweg schlecht wahr, sondern als sehr unterschiedlich: Die Hälfte bezeichnet die Situation im Betrieb als gut (31,7 %) oder sehr gut (14,5 %). Ein Drittel (32,2 %) attestiert dem eigenen Unternehmen ein „geht so“. Jeder Fünfte bezeichnet die Lage als schlecht (16,9 %) oder sehr schlecht (4,7 %).

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall: „Die Beschäftigten haben ein sehr feines Gespür für die drängendsten Themen im Land: gute Reallöhne, zukunftsfähige Arbeitsplätze und soziale Sicherheit. Das ist ein klarer Auftrag an Arbeitgeber, Politik und auch die IG Metall. Wir wollen sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze durch Produktion und Wertschöpfung in Deutschland. Das erfordert neben guter Tarifpolitik auch eine engagierte Industrie- und Sozialpolitik sowie gute Unternehmensführung.“

IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski: „Die Beschäftigten erleben keine einheitliche Krise, sondern eine wirtschaftlich stark unterschiedliche Lage. Gleichzeitig sind ihre Erwartungen an Entgelt, Beschäftigungssicherung und soziale Absicherung hoch.“ Boguslawski: „Wir gehen selbstbewusst in diese Tarifbewegung, weil wir alles berücksichtigen werden: von sicherer Beschäftigung in Krisenunternehmen bis hin zur fairen Beteiligung der Beschäftigten an betrieblichen Gewinnen.“

 



ME_Tarifinformation 3 - September 2026