Industriepolitik Siemensstadt im Fokus: Steuerungskreis Transformation trifft sich vor Ort

Erstmals tagt heute der Berliner Steuerungskreis Transformation der Industrie (SKIP) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Brandenburg. Die Gewerkschaften setzen sich seit langem für eine engere Zusammenarbeit der beiden Bundesländer ein.

Mit dem Transformationsatlas ist es der IG Metall gelungen, den digitalen Wandel sichtbar zu machen


Erstmals tagt heute der Berliner Steuerungskreis Transformation der Industrie (SKIP) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Brandenburg. Die Gewerkschaften setzen sich seit langem für eine engere Zusammenarbeit ein. Ihr gemeinsames Ziel: die industriepolitische Kooperation beider Länder unter aktiver Beteiligung der Sozialpartner spürbar auszubauen.

Für Berlin von besonderer Bedeutung: Das Treffen findet in Siemensstadt statt, konkret im Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e.V.

Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin:

„Die Lage in einigen Industriebranchen ist ernst. Gleichzeitig haben Berlin und Brandenburg große Chancen – etwa in der Digitalwirtschaft, der Energietechnik und im Maschinenbau. Diese industrielle Basis gilt es zu sichern und gezielt auszubauen. Dafür müssen sich Berlin und Brandenburg klar zum Industriestandort bekennen und Unternehmen ermutigen, jetzt mutig und strategisch klug zu investieren. Öffentliche Aufträge und Infrastrukturinvestitionen sollten über verbindliche Local-Content-Vorgaben gezielt regionale Wertschöpfung und Beschäftigung stärken.

Wir werden nicht müde, diese zentralen Forderungen auch mit Blick auf die Berliner Wahlen im September einzubringen.

Ein herausragendes Beispiel sind die Zukunftspläne für Siemensstadt, wo der Steuerungskreis heute tagt. Hier wird es darauf ankommen, die Flächenplanung und die stabil wachsende Produktion klug aufeinander abzustimmen. Zugleich ist der Siemensstadt Square ein Leuchtturm moderner und vorausschauender Industriepolitik.“

Rückblick: Vor zehn Jahren standen in Siemensstadt noch Betriebsschließungen im Raum. Betriebsräte und IG Metall konnten dies gemeinsam mit der Politik verhindern – auch dank eines starken Schulterschlusses und verbindlicher Zukunftsvereinbarungen mit dem Unternehmen. Heute ist das Bild ein anderes: Die Auftragsbücher sind voll, vielerorts wird über Zusatzschichten verhandelt, und der Platz wird knapp.

Weltweit wird massiv in die Modernisierung der Energiesysteme investiert – zentrale Technologien dafür kommen in großen Teilen von Siemens und Siemens Energy.

Die Betriebsräte begleiten die Transformationspläne am Traditionsstandort Siemensstadt mit großer Aufmerksamkeit. Rund 10.000 Beschäftigte arbeiten hier weiterhin. Perspektivisch soll sich der Standort zu einem offeneren Stadtquartier entwickeln – mit einem Innovationscampus, Wohnraum und zusätzlichen Gewerbeflächen neben den bestehenden Produktionskapazitäten.

Für Betriebsräte und IG Metall ist dabei klar: „Die Industrieproduktion braucht ausreichend Raum, auch für weiteres Wachstum“, betont Constantin Borchelt. „Wir erwarten, dass der aktuell verhandelte Rahmenvertrag zwischen Siemens AG und dem Land Berlin dies verbindlich absichert.“

Ein weiteres Zukunftsthema heißt Innovation. Deshalb engagieren sich die Betriebsräte auch im Werner-von-Siemens Centre e.V. (WvSC). Dort treiben Unternehmen, Hochschulen und Gewerkschaften gemeinsam Forschungsprojekte voran.

Das Zentrum selbst geht auf eine Initiative der Betriebsräte zurück – ein Beispiel dafür, wie industrielle Transformation aktiv gestaltet werden kann.