Industrie für Berlin – Berlin für Industrie
Für eine starke Industrie in Berlin: Unsere Forderungen zur Abgeordnetenhauswahl 2026
Gemeinsam mit Berliner Betriebsräten haben wir unsere Forderungen zur Abgeordnetenhauswahl 2026 vorgestellt. Für gute Arbeit, Ausbildung, bezahlbares Wohnen und eine starke Industrie erwarten wir klare industriepolitische Weichenstellungen vom künftigen Senat.
Foto: iStock.com/Ralf Geithe
Mit Blick auf die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 haben wir als IG Metall Berlin gemeinsam mit Betriebsrätinnen und Betriebsräten aus Berliner Industriebetrieben einen Forderungskatalog zur zukünftigen Berliner Industriepolitik veröffentlicht. Unter dem Motto „Industrie für Berlin – Berlin für Industrie“ richten sich unsere Erwartungen an die kandidierenden Parteien und den künftigen Senat.
Berlin ist Industriestandort – und soll es auch bleiben. Die Berliner Industrie hat in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen erlebt. Nach Jahren des industriellen Abbaus konnten bestehende Standorte stabilisiert und neue industrielle Kerne aufgebaut werden. Gleichzeitig steht die Industrie vor neuen Herausforderungen: Digitalisierung, Energiewende, Fachkräftemangel und geopolitische Unsicherheiten verändern Produktionsbedingungen und Wertschöpfungsketten grundlegend. Aus Sicht der Beschäftigten braucht Berlin deshalb eine Industriepolitik, die die Transformation aktiv gestaltet und die industrielle Basis der Hauptstadt stärkt.
Deshalb braucht Berlin eine aktive Industriepolitik, die die Transformation gestaltet, gute Arbeit sichert und die industrielle Basis der Hauptstadt stärkt.
„Damit gute Arbeitsplätze, Ausbildung, Innovation und industrielle Wertschöpfung in unserer Stadt gesichert werden, erwarten wir von allen Parteien und vom künftigen Senat ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Berlin und zu dessen Beschäftigten. Dazu gehört auch, sich in betrieblichen Konflikten, wie etwa bei der IAV. Klar und sichtbar an die Seite der Beschäftigten zu stellen und ihre Interessen konsequent zu verteidigen“, erklärt Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.
Unsere zentralen Forderungen
Gemeinsam mit den Betriebsräten formulieren wir neun zentrale Erwartungen an die Berliner Politik (Kurzfassung, Langfassung siehe unten):
1. Respekt vor der Arbeit. Die Betriebsräte und ihre Gewerkschaften kämpfen für Industrie in Berlin, für gute Arbeitsplätze in der Industrie unserer Stadt. Wir fordern von der Politik den Respekt für diese Arbeit – durch Setzen der richtigen Schwerpunkte und durch eine Politik auf Augenhöhe.
2. Respekt vor der Demokratie. Als Betriebsrätinnen und Betriebsräte stehen wir für konkrete Lösungen und gegen Populismus. Wir stehen für friedliches Miteinander, gegen Ausgrenzung und Hass. Wir fordern von den Parteien, sich mit uns für Zusammenhalt und gegen Spaltung stark zu machen.
3. Sozial gerechtes Berlin. Wohnen wird immer teurer, und Berlin hat nicht genug Wohnungen. Das vertreibt qualifizierte Kolleginnen und Kollegen aus der Stadt oder schreckt junge Menschen davon ab, hier eine Ausbildung zu beginnen. Bezahlbares Wohnen ist auch eine zentrale Frage der sozialen Gerechtigkeit. Wir fordern daher klaren Vorrang für bezahlbares Wohnen.
4. Ausbildung: große Stärke – große Sorge. Wir sehen mit großer Sorge, dass weniger Ausbildungsplätze in der Industrie angeboten werden. Wir fordern: bessere Berufsorientierung, Investitionen in die beruflichen Schulen und ein Umdenken in den Betrieben. Und damit das Umfeld stimmt: den Aufbau eines Azubi-Werks, das Wohnraum für Auszubildende schafft. Ebenso wichtig für die langfristige Fachkräftesicherung: Viel mehr Berliner Hochschulabsolventen müssen den Weg in Berliner Industriebetriebe finden. Das ist der beste „Wissenstransfer”.
5. Am Ball bleiben – aber alle. In den nächsten Jahren muss die Weiterqualifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärker in den Blick genommen werden. Das gilt nicht nur für die Industrie, aber hier ganz besonders.
6. Industrie braucht Platz. Immer wieder erleben wir, dass Unternehmen bestimmte Fertigungen aufgeben, Arbeitsplätze verlorengehen und versucht wird, mit den Flächen Geschäfte zu machen. Teils wird eine künstliche Konkurrenz von Industrienutzung und Wohnungsbau behauptet. Hier muss die Politik klar und stabil sein.
7. Wirtschaftsförderung:den Bestand stärken. Die meist kleineren und mittleren Berliner Betriebe brauchen Netzwerke, Förderung und gute Ansprechpartner in der Verwaltung. Deshalb ist es wichtig, dass der „Unternehmensservice“ als praxisnaher und in den zwölf Bezirken präsenter Teil der Wirtschaftsförderung gestärkt wird.
8. Resilienz stärken. Die Lieferprobleme zu „Corona-Zeiten“, durch den Ukraine-Krieg oder den Iran-Konflikt zeigen: Entwickeln und Produzieren in Europa, in Deutschland ist ein Gebot der Stunde.
9. Industriepolitik vertiefen und Investitionen zielgerichtet einsetzen. Die industriellen Herausforderungen haben sich deutlich verändert. Gleichzeitig steht mit den beschlossenen Sondervermögen viel Geld zur Verfügung. Diese Mittel müssen gezielt eingesetzt werden. Uns ist wichtig, staatliche Investitionen stärker mit der regionalen Industrie zu verbinden, um Wertschöpfung vor Ort zu sichern.
Liste der Erstunterzeichner:innen:
Augustat
Günter
Siemens Energy Global Berlin
Betriebsratsvorsitzende/r
Bagola
Daniel Martin
Everllence SE
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Bernardo
Julia
Schindler Deutschland AG & Co. KG
Betriebsratsmitglied
Bukan
Metin
Siemens AG BLN ND
Betriebsratsvorsitzende/r
Burkert
David
IG Metall Berlin
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Ebeling
Frank
Novanta Medical GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Franke
Jan
IAV GmbH
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Gierloff
Markus
Stadler Rail
Betriebsratsvorsitzende/r
Haberland
Heilke
GE Vernova
Betriebsratsvorsitzende/r
Hoffmann
Daniel
FP Gemeinschaftsbetrieb
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Hoffmann
Martin Wolfgang
Rheinmetall Waffe Munition GmbH
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Hoffmann
Nicole
SKF Lubrication Systems Germany GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Huras
Matthias
CARIAD SE
Betriebsratsvorsitzende/r
Jan
Dietrich
Spie
Betriebsratsmitglied
Kaiser
Nico
Siemens AG
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Kapitzke
Markus
BMW Motorradwerk Berlin
Betriebsratsvorsitzende/r
Kasischke
Frank
Siemens Mobility GmbH - BLNK&N101
Betriebsratsvorsitzende/r
Kenawi
Lydia
Siemens AG
Betriebsratsvorsitzende/r
Labs
Sabine
dots Software GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Lessmann
Jim Willi
Otis HQ
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Marx
René
Everllence SE Berlin
Betriebsratsvorsitzende/r
Nico
Augner
GE Energy Power Conversion GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Ochmann
Markus
Innomotics GmbH, Dynamowerk Berlin
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Papenbrock
Lars
Procter & Gamble
Betriebsratsvorsitzende/r
Rogsch
Andreas
Vodafone
Betriebsratsvorsitzende/r
Roland
Evelyn
Cerner Health Service Deutschland
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Savic
Predrag
Innomotics GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Scheider
Lars
iSi Automotive Berlin GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Schlieper
Stefan
Daimler Buses GmbH SC-Berlin
Betriebsratsvorsitzende/r
Schmidt
Viktor
Iveco Nord-Ost Berlin
Betriebsratsvorsitzende/r
Schmölz
Thomas
Vodafone GmbH
Betriebsratsmitglied
Schneider
Martin
Georg Neumann GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Schneider
Tanja
IAV
Betriebsratsvorsitzende/r
Sikar
Fevzi
Mercedes-Benz AG Werk Berlin Marienfelde
Betriebsratsvorsitzende/r
Streitberger
Martin
Siemens-Energy Berlin Schaltwerk
Betriebsratsvorsitzende/r
Taubner
Petra
Hitachi Rail
Betriebsratsvorsitzende/r
Wied
Neels
ASML Berlin GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
Wienert
André
Siemens AG - MWB
Betriebsratsvorsitzende/r
Wuestenberg
Dirk
Otis ES
Betriebsratsvorsitzende/r
Zimmermann
Stefan
BSH Hausgeräte GmbH
Stellv. Betriebsratsvorsitzende/r
Zorn
Martin
JENOPTIK Optical Systems GmbH
Betriebsratsvorsitzende/r
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