Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2026 - mit Bildergalerie Vor der nächsten Verhandlung: Beschäftigte machen weiter Druck

Die Warnstreikwelle rollt weiter durch Berlin: Hunderte Beschäftigte von Stadler, GE Power und ASML legten heute zeitweise die Arbeit nieder. Am Freitag geht es in die dritte Verhandlungsrunde. Die Arbeitgeber müssen endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.

WS Stadler, Stadler SRS, GE Power 05112026

5. November 2026 5. November 2026


Der Druck auf die Arbeitgeber wächst – und die Beschäftigten lassen nicht locker. Auch am Donnerstag haben Metallerinnen und Metaller in Berlin ihre Arbeit niedergelegt und den Protest gegen das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber fortgesetzt. Am Vormittag beteiligten sich hunderte Kolleginnen und Kollegen von Stadler Deutschland, Stadler Rail Services und GE Power in Pankow an den Warnstreiks. Am Nachmittag folgten die Kolleginnen und Kollegen von ASML.

Uwe Löschke, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei GE Power, macht deutlich, worum es seinen Kolleginnen und Kollegen geht: „Wir leisten bei GE Power jeden Tag hervorragende Arbeit und tragen maßgeblich dazu bei, dass das Unternehmen erfolgreich wirtschaftet und gute Gewinne einfährt. Davon müssen auch die Beschäftigten etwas haben! Sie haben diesen Erfolg schließlich gemeinsam erarbeitet. Ein Stück vom Kuchen für uns Kolleginnen und Kollegen ist deshalb nur fair und längst überfällig.“

Bei Stadler sorgt das Angebot der Arbeitgeber ebenfalls für großen Unmut. Nicht nur drohen den Beschäftigten damit weitere Reallohnverluste. Die Arbeitgeber wollen auch bei den Sonderzahlungen ansetzen. Für Mario Schmidt, Betriebsrat bei Stadler, ist das nicht hinnehmbar: „Dass die Arbeitgeber jetzt auch noch an unsere Sonderzahlungen ranwollen, ist eine absolute Frechheit! Wir arbeiten hart und wollen uns auch mal etwas leisten können. Ich möchte meiner Tochter schließlich nicht erklären müssen, dass der Urlaub unter Palmen dieses Jahr ausfallen muss und wir stattdessen nur noch Urlaub auf dem Spielplatz machen können. Wer jeden Tag Leistung bringt, muss sich auch etwas davon leisten können!“

 

Dritte Verhandlungsrunde am Freitag in Berlin

Mit den Warnstreiks in dieser Woche haben tausende Beschäftigte in Berlin unmissverständlich gezeigt, dass sie von ihren Forderungen nicht abrücken werden. Nun sind die Arbeitgeber am Zug, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Am Freitag geht es in die dritte Verhandlungsrunde.

 

Die IG Metall fordert für die rund 96.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus setzt sie sich für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben sowie eine Stärkung der unteren Entgeltgruppen ein.