Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2026 - mit Bildergalerie Und weiter geht's am Freitag: Beschäftigte von Otis, Everllence und GEA Refrigeration im Warnstreik

Wenige Stunden vor der dritten Tarifverhandlung erhöhen Beschäftigte von Otis, Everllence und GEA Refrigeration den Druck auf die Arbeitgeber. Beim gemeinsamen Warnstreik in Reinickendorf machten sie klar: Reallohnverlust und Hinhaltetaktik werden sie nicht akzeptieren.

WS Otis + Everllence + GEA

6. November 2026 6. November 2026


Wenige Stunden vor der dritten Tarifverhandlung haben die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin den Druck auf die Arbeitgeber noch einmal spürbar erhöht. Hunderte Kolleginnen und Kollegen von Otis, Everllence und GEA Refrigeration beteiligten sich am Freitag an einem gemeinsamen Warnstreik in Reinickendorf. Die Belegschaften von Everllence und GEA Refrigeration zogen am Morgen zur Otisstraße, wo sie von zahlreichen bereits streikenden Beschäftigten des Aufzugsherstellers empfangen wurden.

Mario Nehring, Betriebsrat und Vertrauenskörperleiter bei Otis, sagte auf der Kundgebung: „Wir halten die Industrie am Laufen! Wir reparieren, montieren und programmieren. Ohne uns läuft nichts! Deshalb gehen wir selbstbewusst in diese Tarifrunde. Während alles teurer wird, kennen die Arbeitgeber offenbar nur eine Richtung: Sparen auf Kosten der Beschäftigten. Doch wer den Beschäftigten immer weiter in die Tasche greift, dreht den Benzinhahn zu und wundert sich dann, dass der Motor der Industrie nicht läuft. Unsere klare Ansage lautet deshalb: Fünf Prozent mehr Geld – nicht irgendwann, sondern jetzt!“

Auch René Marx, Betriebsratsvorsitzender bei Everllence, kritisierte das Angebot der Arbeitgeber scharf: „Ich habe schon viele Tarifrunden erlebt, aber ein „Angebot“ wie dieses ist mir noch nicht untergekommen. Die Beschäftigten sollen monatelang auf eine Entgelterhöhung warten und sich dann auch noch mit einer solchen Minusrunde zufriedengeben. Das ist eine absolute Frechheit und wird der Leistung der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben in keiner Weise gerecht.“

 

Die IG Metall fordert für die rund 96.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate – sowohl für die Entgelte als auch für die Ausbildungsvergütungen. Darüber hinaus setzt sie sich für den Schutz von Arbeitsplätzen und Standorten, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben sowie eine Stärkung der unteren Entgeltgruppen ein.