Den Auftakt machten die Kolleginnen und Kollegen in der Nacht zum Montag bei Siemens Energy Global GmbH & Co KG in der Huttenstraße. Am Montag folgten unter anderem Warnstreiks bei Mercedes-Benz, Rheinmetall und Siemens Mobility. Am Dienstag hat ein riesiger Demonstrationszug aus zahlreichen Siemens-Betrieben sowie dem BMW Motorradwerk, Osram, Ushio, Innomotics und Rhenus den Verkehr in der Siemensstadt zeitweise vollständig lahmgelegt. Auch in den darauffolgenden Tagen rollte die Warnstreikwelle weiter – unter anderem bei Biotronik, SKF, Stadler, OTIS, GE und ASML.
Allein in Berlin beteiligten sich Beschäftigte aus weit mehr als 40 Betrieben an den Warnstreiks. Bundesweit wurde in mehr als 2.000 Betrieben die Arbeit niedergelegt. Die IG Metall Berlin informierte tagesaktuell über die Aktionen in den Betrieben.
Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Berlin, zieht eine klare Bilanz: „Die Beschäftigten haben in dieser Woche unmissverständlich gezeigt, dass sie hinter ihren Forderungen stehen. Überall in Berlin war zu spüren: Die Menschen sind bereit, für fünf Prozent mehr Entgelt, eine tarifliche Gewinnbeteiligung, sichere Arbeitsplätze und eine Entlastung der unteren Entgeltgruppen zu kämpfen. Die Arbeitgeber sollten diesen Protest nicht unterschätzen. Wer den Beschäftigten ein solches Angebot vorlegt, muss damit rechnen, dass sie gemeinsam dagegenhalten.“
Dass die Beschäftigten nicht bereit sind, die Forderungen aufzugeben, wurde in den Gesprächen vor den Werkstoren und bei den Aktionen immer wieder deutlich. Die Rückmeldung aus den Betrieben war eindeutig: Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht akzeptabel. Die Kolleginnen und Kollegen wollen eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen. Dort wo es gut läuft, muss es endlich eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg geben. Und insbesondere die Automobilindustrie braucht dringend eine Perspektive für ihre Standorte. Und sie sind bereit, dafür auch ein weiteres Mal vor die Tore zu gehen.
Ines Beeck, Zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Berlin, betont die Entschlossenheit in den Betrieben: „Was wir in dieser Woche erlebt haben, war mehr als eine starke Beteiligung an Warnstreiks. Es war eine klare Ansage der Beschäftigten: Wir lassen uns nicht mit Reallohnverlusten und leeren Versprechungen abspeisen. Die Kolleginnen und Kollegen wissen, was ihre Arbeit wert ist. Und sie wissen auch, dass sie ihre Interessen nur gemeinsam durchsetzen können. Diese Entschlossenheit ist unsere Stärke.“
Der Druck aus den Betrieben zeigt bereits Wirkung: Die Arbeitgeber sind wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Am Freitagnachmittag findet die dritte Verhandlungsrunde statt. Für die IG Metall Berlin ist klar: Die Warnstreiks haben den nötigen Druck aufgebaut. Jetzt müssen die Arbeitgeber endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.
Sophie Bartholdy, Kassiererin und Geschäftsführerin der IG Metall Berlin, macht deutlich, was die Arbeitgeber jetzt erwartet: „Die Warnstreikwoche war ein deutliches Signal – aber sie muss nicht das letzte gewesen sein. Wir haben in den Betrieben eine enorme Bereitschaft erlebt, weiter für unsere Forderungen einzustehen. Wenn die Arbeitgeber glauben, sie könnten die Beschäftigten mit ihrem bisherigen Angebot ruhigstellen, haben sie sich getäuscht. Wer jetzt keine Bewegung zeigt, wird die nächste Warnstreikwelle erleben. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit.“