Mehr als 1500 Beschäftigte haben heute in Berlin für den Erhalt von Arbeitsplätzen und eine zukunftsfähige Automobilindustrie demonstriert. Bei Mercedes-Benz in Marienfelde versammelten sich Beschäftigte zu einer öffentlichen Kundgebung. In Moabit gingen Kolleginnen und Kollegen der Entwicklungsdienstleister IAV, CARIAD und MBition gemeinsam auf die Straße, um gegen den drohenden Stellenabbau zu protestieren. Darüber hinaus machten Beschäftigte in zahlreichen weiteren Berliner Betrieben mit Fotoaktionen auf die angespannte Lage der Branche aufmerksam.
Bundesweit 175.000 auf der Straße
Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ haben heute bundesweit rund 175.000 Beschäftigte gegen Angriffe der Arbeitgeber auf ihre Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Automobilindustrie demonstriert. Sie trafen sich bei rund 280 Aktionen im gesamten Bundesgebiet – auf besonderen, eigens für diesen Tag anberaumten Betriebsversammlungen, bei protestartigen, aktiven Mittagspausen, bei Kundgebungen vor den Werkstoren, bei Demonstrationen auf öffentlichen Plätzen und bei ähnlichen Veranstaltungen. Laut und unmissverständlich machten sie sich für die Zukunft der Autoindustrie in Deutschland stark.
Beteiligt waren Beschäftigte aller großen Autohersteller sowie Dutzender großer und kleinerer Zulieferer. Die Beschäftigten kritisierten Angriffe auf ihre Rechte, jahrelanges Missmanagement sowie falsche Krisenkonzepte der Unternehmen. Lautstark forderten sie die Arbeitgeber auf: „Stoppt den Kahlschlag und investiert endlich in die Zukunft unserer Werke!“
"Wer von den Beschäftigten immer neue Opfer verlangt, hat keinen Zukunftsplan!"
Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, sagte auf der Kundgebung in Marienfelde: „Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Die Arbeitgeber müssen endlich investieren – in Standorte, in Produkte und damit in die Zukunft ihrer Beschäftigten. Die Kolleginnen und Kollegen haben diese Krise nicht verursacht, trotzdem sollen sie längere Arbeitszeiten, Unsicherheit und Stellenabbau hinnehmen. Das ist nicht akzeptabel. Wer von den Beschäftigten immer neue Opfer verlangt, hat keinen Zukunftsplan. Was wir brauchen, sind Investitionen, Perspektiven und sichere Arbeitsplätze.“
Branche zukunftsfest aufstellen
Die Automobilindustrie steht unter Druck: Globale Verwerfungen auf den Weltmärkten, neue Konkurrenz, verschleppte Investitionen und Fehlentscheidungen des Managements haben die Branche in eine schwierige Lage gebracht. Die Unternehmen reagieren mit Stellenabbau im großen Stil, Werksschließungen und Verlagerungen ins Ausland. Das verunsichert die Beschäftigten, gefährdet die Zukunft dieser Schlüsselbranche und bedroht den Wohlstand ganzer Regionen.Die IG Metall drängt darum darauf, die Branche in Deutschland wieder zukunftsfest aufzustellen, indem Unternehmen auf Innovation setzen, in Zukunftsfelder investieren und ihre Strategie an die veränderten Märkte anpassen. Die heftigen Angriffe der Arbeitgeberseite auf Rechte der Beschäftigten wie die 35-Stunden-Woche, Tarifverträge und Mitbestimmung verurteilt die IG Metall als in der Sache falsch, nicht zielführend und ungerecht.
Die IG Metall fordert zudem eine aktive Industriepolitik ein, die die veränderten globalen Rahmenbedingungen ernstnimmt und gegensteuert: Mit gezielter Förderung, wirksamem Handelsschutz und klaren Local-Content-Vorgaben. Darüber hinaus setzt sich die IG Metall dafür ein, dass in den aktuellen Reformbestrebungen der Bundesregierung die Perspektive der Beschäftigten in der Industrie nicht verloren geht. Die Gewerkschaft macht deutlich: Die Rente nach 45 Jahren für langjährig Versicherte sowie die Altersteilzeit im Blockmodell müssen erhalten bleiben.
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