AG kündigt Verbandsmitgliedschaft und will nicht verhandeln Warnstreik bei CO2OLTEC in Berlin: Beschäftigte fordern Rückkehr zur Tarifbindung

Mit einem zweistündigen Warnstreik haben die Beschäftigten von CO2OLTEC in Berlin und Kolleg/-innen bundesweit Druck für die Aufnahme von Tarifverhandlungen gemacht. Nachdem das Unternehmen im letzten Jahr die Tarifbindung beendet hat, fordert die Belegschaft die Rückkehr an den Verhandlungstisch.



 

 

Am Montagmorgen haben die Beschäftigten der CO2OLTEC Kältetechnik Deutschland GmbH und der CO2OLTEC Operations Germany GmbH am Berliner Standort in Reinickendorf für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt. Dieser galt ebenso für alle anderen Beschäftigten des Unternehmens im gesamten Bundesgebiet. Mit dem hybriden Warnstreik reagierten die Kolleginnen und Kollegen auf die hartnäckige Weigerung des Arbeitgebers, Tarifverhandlungen mit der IG Metall aufzunehmen.

Das Unternehmen, das vielen Beschäftigten noch unter seinem früheren Namen Carrier Kältetechnik bekannt ist, hat im vergangenen Jahr die Tarifbindung beendet und den Arbeitgeberverband verlassen. Seitdem lehnt die Unternehmensleitung Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag ab und beabsichtigt die Arbeits- und Entgeltbedingungen im Alleingang abzusenken. Die bundesweite Tarifkommission der Beschäftigten hat dagegen einen klaren Auftrag formuliert: Die Beschäftigten wollen wieder tariflich abgesicherte Arbeitsbedingungen – notfalls über einen maßgeschneiderten Haustarifvertrag. Dies ist in einer Wirtschaftsdemokratie nicht zu viel verlangt.

Starke Beteiligung am hybriden Warnstreik

Die Beteiligung am zweistündigen Warnstreik war sehr gut. Am Berliner Standort arbeiten rund 50 Beschäftigte, viele von ihnen als Servicemonteurinnen und Servicemonteure im Außendienst bis nach Dresden, Leipzig und verstreut in Brandenburg und Berlin. Da die Kolleginnen und Kollegen während ihres Arbeitstags vereinzelt unterwegs sind, wurde die Aktion als digitaler Warnstreik mit Treffpunkt im Teams-Kanal organisiert. Die Beschäftigten beteiligten sich von ihren jeweiligen Einsatzorten und aus dem Homeoffice aus und schalteten sich digital in die gemeinsame Streikversammlung ein.

Bundesweit beschäftigt CO2OLTEC rund 1.500 Menschen, mindestens die Hälfte davon als Servicemonteurinnen und -monteure. Sie sorgen täglich dafür, dass Kühlanlagen im Einzelhandel und in der Industrie zuverlässig funktionieren. Wenn in Supermärkten Kühltruhen ausfallen oder industrielle Kälteanlagen stillstehen, sind sie es, die kurzfristig ausrücken und die Störungen beheben.  “Hier ist der wirtschaftliche Hebel, den wir als Gewerkschaft zusammen mit den Kollegen/-innen nutzen”, so Andreas Buchwald, zuständiger Gewerkschaftssekretär in Berlin.

Klare Botschaft aus Berlin

„Die Beschäftigten wollen nichts Außergewöhnliches. Sie wollen lediglich ihr demokratisches Recht auf Tarifverhandlungen durchsetzen und wieder die Sicherheit eines Tarifvertrags haben. Der Arbeitgeber wird an den Verhandlungstisch kommen“, ist sich Buchwald sicher.

Besonders kritisch sehen die Beschäftigten die Drohkulisse des Unternehmens gegenüber engagierten Kolleginnen und Kollegen. Dazu stellt die IG Metall klar:

„Sollten die Arbeitgeber ihre Drohgebärden wahr machen und Beschäftigte, die an Warnstreiks teilnehmen, mit Abmahnungen oder gar Kündigungen maßregeln wollen, werden sie die volle rechtliche Härte zu spüren bekommen. Die IG Metall wird jeden Angriff auf das Streikrecht konsequent und mit allen rechtlichen Mitteln abwehren“, so Buchwald weiter.