Mercedes Aktionstag Jetzt reicht’s: Mercedes-Beschäftigte tragen Protest auf die Straße

Starker Protest der Mercedes-Beschäftigten: Mehr als 400 Kolleginnen und Kollegen aus Marienfelde und Ludwigsfelde demonstrierten heute vor dem Werk in Berlin gegen den Angriff der Arbeitgeber auf Tarifstandards. Sie beteiligten sich damit am bundesweiten Aktionstag der IG Metall.

Mercedes Aktionstag


Jetzt reicht’s: Bundesweit zogen am Freitag über 33.000 Beschäftigte vor die Werkstore von Mercedes. Und gaben gemeinsam mit der IG Metall den Arbeitgebern eine deutliche Botschaft mit: Nicht mit uns! Wir stellen uns gegen eine unbezahlte Erhöhung der Arbeitszeit auf 40-Stunden, Einschnitte bei tariflichen Leistungen, überzogene Dividenden und einen Kürzungskurs des Konzerns auf dem Rücken der Belegschaft.

Auf der Kundgebung in Berlin sagte IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski: „Immer wenn es schwierig wird, sollen die Beschäftigten zahlen. Das erleben wir bei Mercedes genau wie bei vielen anderen Konzernen. Diesem Angriff der Arbeitgeber auf ihre Belegschaften stellen wir uns mit aller Kraft entgegen. Unsere Antwort: Nicht mit uns, nicht auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen, nicht ohne Sicherheit für Arbeitsplätze und Standorte. Zukunft gewinnt nicht, wer Lasten einseitig den Beschäftigten aufbürdet. Entscheidend für die Zukunft unserer Industrie ist neue Wertschöpfung und damit Investitionen sowie Innovationen.“

„Wer versucht, die Kosten der Transformation auf die Beschäftigten abzuwälzen, handelt kurzsichtig und verantwortungslos. Gute Arbeit, faire Bezahlung und verlässliche Tarifverträge sind kein Standortnachteil, sondern die Grundlage für den Erfolg des Unternehmens. Die große Beteiligung heute zeigt: Die Beschäftigten stehen geschlossen hinter ihren Tarifverträgen. Die IG Metall wird jeden Versuch, diese Standards auszuhöhlen, entschieden zurückweisen“, so Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.

 Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, betonte: „Die Beschäftigten haben Mercedes stark gemacht. Deshalb stehen wir heute hier: für eine faire Lastenverteilung, für sichere Arbeitsplätze, starke Standorte, für Tarifbindung und eine Zukunft mit guter Arbeit. In harten Tarifkonflikten haben Metallerinnen und Metaller die 35 Stunden-Woche durchgesetzt. Wer diesen Fortschritt in Frage stellt, stößt auf unseren entschiedenen Widerstand. Längere und unbezahlte Arbeitszeiten sind beschäftigungspolitischer Unfug, retten weder Jobs noch schaffen sie neue Aufträge.“

„So geht man nicht mit Beschäftigten um, die Tag für Tag hervorragende Arbeit leisten und das Unternehmen am Leben halten“, stellte Matthias Mehlis, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender im Mercedes-Benz-Werk Marienfelde, klar. „Das ist ein Sparprogramm auf unsere Kosten!" Vertrauenskörperleiter Patric Succo erklärte: „Finger weg von unseren tariflichen Sonderzahlungen!“