Was nützen erfolgreiche Tarifabschlüsse, wenn ein immer größerer Teil des Einkommens für die Miete draufgeht? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung der IG Metall Berlin am 3. Juni. Angesichts steigender Wohnkosten und anhaltender Wohnungsknappheit beschlossen die Delegierten einen Antrag von IG Metall Jugend, Senioren-Arbeitskreis (SAK) und Arbeitsgruppe Soziales (AGS), der weitreichende Maßnahmen für einen bezahlbaren Wohnungsmarkt fordert.
Delegierte sehen Berlin in einer Wohnungsnotlage
In der Debatte herrschte Einigkeit darüber, dass Berlin längst nicht mehr nur mit einem angespannten Wohnungsmarkt konfrontiert ist. Vielmehr spitzt sich die Situation für viele Beschäftigte zunehmend zu. Steigende Mieten, Wohnungsknappheit und Verdrängung belasten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen unmittelbar und schmälern die Wirkung erkämpfter Lohnerhöhungen.
Die Delegierten betonten, dass die Wohnungsfrage damit zu einer zentralen sozialen und gewerkschaftlichen Herausforderung geworden ist. Wohnen sei ein Grundrecht und dürfe nicht allein den Marktmechanismen überlassen werden. Neben dem notwendigen Wohnungsbau brauche es deshalb deutlich stärkere politische Eingriffe.
IG Metall Berlin fordert stärkere Regulierung
Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten, dass sich die IG Metall Berlin gegenüber Senat und Bundesregierung für eine umfassende Regulierung des Wohnungswesens einsetzen soll. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines bundesweiten Mietendeckels, wirksamere Maßnahmen gegen Bodenspekulation sowie eine stärkere Kontrolle des Wohnungsmarktes.
Darüber hinaus fordert die IG Metall Berlin eine Sozialwohnungsquote für große private Wohnungsunternehmen, die Umsetzung des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ sowie die Einführung eines Mieten- und Wohnungskatasters, um mehr Transparenz auf dem Berliner Wohnungsmarkt zu schaffen.
Demonstration gegen Mietenwahnsinn am 5. September
Einigkeit bestand in der Versammlung darüber, dass die Bekämpfung von Mietenwucher und Wohnungsnot nicht allein Aufgabe der Politik ist. Die Delegierten betonten die Bedeutung einer starken Mieterbewegung und die Notwendigkeit gewerkschaftlicher Solidarität. Gute Arbeitsbedingungen und erfolgreiche Tarifpolitik seien eng mit der Frage bezahlbaren Wohnraums verbunden.
Deshalb ruft die IG Metall Berlin ihre Kolleginnen und Kollegen dazu auf, sich an der Demonstration gegen Mietenwahnsinn, Verdrängung und Wohnungsnot am 5. September 2026 vor dem Roten Rathaus zu beteiligen. Mehr Informationen hier.