High-Tech-Unternehmen mit sozialer Verantwortung Carl Zeiss Meditec startet mit Fahrplan zur 35-Stunden-Woche

Carl Zeiss Meditec Berlin führt schrittweise die 35‑Stunden‑Woche ein. Bis 2028 sinkt die Arbeitszeit bei vollem Tarifanschluss. Möglich wurde das durch starkes Engagement der Beschäftigten und der IG Metall – für bessere Bedingungen und mehr Lebenszeit.

Carl Zeiss Meditec


Noch vor einigen Jahren hatte die Carl Zeiss Meditec am Standort Berlin nicht mal einen Tarifvertrag. Die Beschäftigten wollten das nicht mehr und so kam ein Verhandlungsprozess in Gang, an dessen Ende 2017 ein eigener Haustarif unter anderem mit modernen Entgelt- und Arbeitsbedingungen stand. Allerdings gab es weitere Baustellen. Unter anderem fehlte die für die Branche und den Tarifbezirk übliche 35-Stunden-Woche.

Nun, fast 10 Jahre später, ist die Meditec, wie das Unternehmen von Kennern der Branche bezeichnet wird, komplett im Gefüge der Berliner Flächentarifverträge verankert. Ein runderneuerter Anerkennungs-Tarifvertrag regelt seit neuestem alle Belange rund um die Eingruppierung der Beschäftigten, Wochenarbeitszeit, den Urlaub, die Sonderzahlungen und vieles andere mehr. Besonders wichtig war den Beschäftigtem im Verhandlungsprozess des letzten Jahres die Wochenarbeitszeit.

Nun gibt es eine jährliche Anpassung von einer Stunde. Gestartet wurde im April 2026 mit einer Abschmelzung auf 37 Stunde pro Woche.  Nach drei Jahren, spätestens Ende 2028, wird die 35-Stunden-Woche erreicht. Das bedeutet nicht nur einen Anstieg der Stundenentgelte, sondern mehr Lebenszeit für die Beschäftigten, die vor Ort engagiert und in Teilen auch körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten verrichten.

Möglich wurde dieser mustergültige Tarifprozess vor allem durch das Engagement der Kollegen/-innen. „Denn ohne einen mehrheitlichen Eintritt der Beschäftigten in die IG Metall“, so der zuständige Gewerkschaftssekretär Andreas Buchwald, „hätten wir sicher nicht das demokratische Votum für eine solche Modernisierung der Industriellen Beziehungen vor Ort gehabt“.

Dass der Prozess und die Verhandlungen zu diesem Ergebnis etwas länger ausfielen als gedacht, stört jetzt niemanden mehr wirklich. Auf dem Weg zum aktuellen Ergebnis hatten wir nicht nur viel Arbeit in den Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite, sondern auch jede Menge gute Gespräche und einen angeregten Austausch bei Aktionen und gemeinsamen Events. Das Tarifliche Anpassungen nicht zwangsläufig zu verbitterten Konflikten führen, sondern auch Spaß machen können, zeigen die Bilder eindrucksvoll. Der Berliner Zeiss-Betrieb hat nun, gerade auch in Zeiten anspruchsvoller wirtschaftlicher Herausforderungen, eine weiterhin gut motivierte Belegschaft, die ihrerseits Innovation, Produktivität und Leistung zur Sicherung der Arbeitsplätze einbringt.

 

 

 

 

Carl Zeiss Meditec

Die im MDAX und im TecDax der deutschen Börse gelistete Carl Zeiss Meditec AG ist einer der weltweit führenden Medizintechnikanbieter. Das Unternehmen liefert innovative Technologien und applikationsorientierte Lösungen, die es den Ärzten ermöglichen, die Lebensqualität ihrer Patienten zu verbessern. Zur Diagnose und Behandlung von Augen­krankheiten bietet das Unternehmen Komplettlösungen, einschließlich Implantaten und Verbrauchsgütern – welche am Standort in Berlin Charlottenburg hergestellt werden. In der Mikrochirurgie stellt das Unternehmen innovative Visualisierungslösungen bereit. Hauptsitz des Unternehmens ist Jena.

Der Berliner Betrieb mit Schwesterwerken in La Rochelle/Frankreich und Guangzhou/China produziert vor allem Intraokularlinsen (IOLs), die bei Kataraktoperationen (Grauer-Star/Trübung der Augenlinse) verwendet werden.

Der Standort in Berlin ist vollintegriert. Von der Forschung und Entwicklung über den Vertrieb bis hin zur Produktion ist alles vertreten. Dies sichert eine gute Entwicklung der aktuell ca. 560 Beschäftigten.