Gänsehautfeeling in der Carnotstraße: Rund 650 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich am Dienstag vor dem Berliner Stammsitz der IAV, um ihrem Unmut über den unklaren Kurs der Unternehmensleitung Ausdruck zu verleihen. Mit Transparenten, Sprechchören und emotionalen Reden sendeten sie ein klares Signal an die Geschäftsführung: Wir brauchen endlich eine seriöse Personal- und Bedarfsplanung.
Unterstützung erhielten die Beschäftigten unter anderem von Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus sowie der Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD).
Erneuter Stellenabbau steht im Raum
Hintergrund der Proteste sind die seit fast drei Monaten laufenden Verhandlungen zwischen IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung über die strategische und personelle Zukunft des Unternehmens. Trotz sieben Gesprächsrunden gibt es bislang weder ein schlüssiges Gesamtkonzept noch verbindliche Zusagen zur Sicherung der Arbeitsplätze, die nach dem geplanten Abbauprogramm erhalten bleiben sollen.
Bereits 2024 waren bundesweit etwa 600 Stellen gestrichen worden – mit dem Versprechen, das Unternehmen wieder auf eine stabile wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Stattdessen kündigte die Geschäftsführung im Dezember 2025 an, im Jahr 2026 rund 1.500 weitere Arbeitsplätze abbauen zu wollen.
IG Metall fordert tragfähiges Zukunftskonzept
„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren erhebliche Einschnitte getragen“, erklärt Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Wer nach einem umfangreichen Stellenabbau eine positive Perspektive in Aussicht stellt, kann wenige Monate später nicht die nächste Restrukturierungsrunde eröffnen, ohne wenigstens belastbare Begründungen und ein tragfähiges Gesamtkonzept vorzustellen.“
Die IG Metall macht deutlich: Jede weitere Restrukturierung darf nur im Rahmen eines klaren Zukunftskonzepts erfolgen, das verbindliche Zusagen zum Schutz der verbleibenden Arbeitsplätze enthält.
Berichterstattung:
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