Pressemitteilung Zukunft für Stadler! IG Metall Berlin fordert Standorterhalt

Am Montag hat die Geschäftsführung von Stadler Deutschland auf einer Belegschaftsversammlung verkündet, dass es am Standort Berlin harte Einschnitte und Maßnahmen geben müsse, um die internationale Wettbewerbs- und dadurch Zukunftsfähigkeit zu sichern.

IG Metall, Mainforum, Gebäude, Fahnen


Kundgebung am Mittwoch, 26. Februar, 12:00 Uhr, Heinz-Brandt-Str. 6, 13158 Berlin

„Damit ist für die Beschäftigten von Stadler in Berlin alles unklar. Es wurden von Stadler keine Zahlen genannt und was genau geplant sei. Wir fordern eine Zukunft für Stadler und alle seine Beschäftigten in Berlin. Die IG Metall wird verhandeln, wenn es um eine Beschäftigungs- und Standortsicherung geht“, sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Stadler in Berlin ist ein wichtiger Industrie-Player, der Bahnen für Berlin und Deutschland baut. Der Standort hat eine große Zukunft. Wir haben gute Ideen für den Berliner Standort, die dauerhaft Arbeitsplätze sichern würden. Wer Industriearbeitsplätze von rund 1.700 Beschäftigten in Gefahr bringt und mit Teilschließung droht, wird unseren erbitterten Widerstand zu spüren bekommen. Wir kämpfen gemeinsam mit den Beschäftigten um jeden Arbeitsplatz. Schließlich geht es um die Existenz der Menschen und ihrer Familien.“

Die IG Metall trifft sich am Mittwoch, 26. Februar 2025, ab 12.00 Uhr zu einer Kundgebung mit den Beschäftigten bei Stadler, Heinz-Brandt-Str. 6, 13158 Berlin.

Stadler Deutschland zählt zu den größten Industrie-Arbeitgebern Berlins. Seit 2000 ist Stadler in Berlin und hat seither von anfangs 197 Beschäftigten das Werk kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. 2020 hatte Stadler Deutschland die U Bahn-Ausschreibung der Berliner Verkehrsbetriebe für sich entschieden.

„Gemeinsam können wir über Maßnahmen sprechen, um den Standort zu sichern. Allerdings werden darüber zunächst die Mitglieder im Betrieb entscheiden. Mit der Expertise der Beschäftigten in Berlin ist alles möglich. Jetzt brauchen wir die klare Unterstützung der Politik. Wir müssen jetzt eine Entscheidung für den Standort Deutschland als Standort für den Schienenfahrzeugbau treffen. Auftragsvergabe, Vertragsausgestaltung und Finanzierungsmodalitäten sorgen immer wieder dafür, dass materialintensiven Unternehmen, speziell im Schienenfahrzeugbau, schlichtweg Geld fehlt, welches letztlich die Belegschaften kompensieren sollen. Wir brauchen eine tragbare Zukunftsperspektive für Stadler. Dafür werden wir als IG Metall gemeinsam mit unseren Mitgliedern alles tun. Jetzt gilt es Widerstand zu leisten und an einem Konzept zu arbeiten.

Bei Stadler arbeiten die Beschäftigten mit hohem Einsatz, zum Teil schon viele Jahre. Immer wieder haben die Kolleginnen und Kollegen auf Gehalt und die Reduzierung der Arbeitszeit verzichtet, um das Unternehmen zu stärken. Die längst fällige Angleichung an den Flächentarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie bei den Entgeltprozenten und der Arbeitszeit wurde immer wieder verschoben. Jetzt mit Teilstandortschließung zu drohen, ist nicht fair“, so Jan Otto.

Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0177 59 63 859, aw(at)aweingart.de

Hintergrund:

Stadler Deutschland ist mit seinen rund 1.700 Beschäftigten einer der größten industriellen Arbeitgeber Berlins. In Berlin-Pankow werden alle Produkte des Produktportfolios für den deutschen Markt sowie Straßen- und Stadtbahnen für den Export entwickelt, gefertigt und montiert. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Joint Venture mit Adtranz gegründet. Der Standort ist seitdem kontinuierlich mit dem Auftragseingang gewachsen: von 197 Beschäftigten im Jahr 2000 auf 1.500 Beschäftigte im Jahr 2023 und heute 1.700 Beschäftigte.

Seit 2015 ist die in Berlin-Pankow konstruierte und hergestellte Baureihe IK im Berliner U-Bahn- Netz unterwegs. 2020 hat Stadler Deutschland die bislang größte Ausschreibung der Berliner Verkehrsbetriebe für sich entschieden: auch die neue U-Bahnbaureihe J/JK wird in Berlin für Berlin produziert. Am Standort werden seit vielen Jahren Innovationen wie die Verbesserung alternativer Antriebstechnologien sowie der Digitalisierung entwickelt. Stadler baut seit über 80 Jahren Züge. Mehr als 14.000 Beschäftigte arbeiten beim Anbieter von Mobilitätslösungen im Schienenfahrzeugbau, Service und Signaltechnik an mehreren Produktions- und Engineering-Standorten sowie über 80 Servicestandorten.