„Die Teilstandortschließung und Beschäftigungsabbau müssen vom Tisch! Bevor der Arbeitgeber dies nicht klar formuliert hat, werden wir als IG Metall nicht in Gespräche eintreten. Die Beschäftigten standen heute solidarisch zusammen, und zwar Angestellte wie Kolleginnen und Kollegen aus der Produktion. Auch Führungskräfte haben sich beteiligt.“
Und weiter: „Wir haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt. Erkennbar war dabei die große Solidarität untereinander und eine sehr konstruktive Haltung, an der Zukunft dieses Standorts mitzuentwickeln. Darauf sollte der Arbeitgeber jetzt eingehen. Er hat Zeit bis Freitagfrüh, die entscheidenden Themen vom Tisch zu nehmen. Dann werden wir weitersprechen und sehen, wo wir am Ende landen. Klar ist: Stadler in Berlin muss eine Zukunft haben. Wir wollen eine Standortgarantie und wir wollen eine Beschäftigungssicherung!“
Am Montag hatte die Geschäftsführung von Stadler Deutschland auf einer Belegschaftsversammlung verkündet, dass es am Standort Berlin harte Einschnitte und Maßnahmen geben müsse, um die internationale Wettbewerbs- und dadurch Zukunftsfähigkeit zu sichern. Klar wurde, dass Stadler zwar an den Standort glaube, aber wenn jetzt keine Ergebnisse produziert würden, seien Beschäftigungsabbau und eine Teilstandortschließung möglich.
Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0177 59 63 859, aw(at)aweingart.de
Hintergrund:
Stadler Deutschland ist mit seinen rund 1.700 Beschäftigten einer der größten industriellen Arbeitgeber Berlins. In Berlin-Pankow werden alle Produkte des Produktportfolios für den deutschen Markt sowie Straßen- und Stadtbahnen für den Export entwickelt, gefertigt und montiert. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Joint Venture mit Adtranz gegründet. Der Standort ist seitdem kontinuierlich mit dem Auftragseingang gewachsen: von 197 Beschäftigten im Jahr 2000 auf 1.500 Beschäftigte im Jahr 2023 und heute 1.700 Beschäftigte.
Seit 2015 ist die in Berlin-Pankow konstruierte und hergestellte Baureihe IK im Berliner U-Bahn- Netz unterwegs. 2020 hat Stadler Deutschland die bislang größte Ausschreibung der Berliner Verkehrsbetriebe für sich entschieden: auch die neue U-Bahnbaureihe J/JK wird in Berlin für Berlin produziert. Am Standort werden seit vielen Jahren Innovationen wie die Verbesserung alternativer Antriebstechnologien sowie der Digitalisierung entwickelt. Stadler baut seit über 80 Jahren Züge. Mehr als 14.000 Beschäftigte arbeiten beim Anbieter von Mobilitätslösungen im Schienenfahrzeugbau, Service und Signaltechnik an mehreren Produktions- und Engineering-Standorten sowie über 80 Servicestandorten.