Pressemitteilung IG Metall fordert Standorterhalt von Hasse & Wrede in Berlin-Marzahn – Tochter von Knorr-Bremse

Bei Hasse & Wrede produzieren rund 160 Beschäftigte Schwingungsdämpfer für LKWs. Der Mutterkonzern Knorr-Bremse hat jetzt beschlossen, die Produktion mit rund 110 Arbeitsplätzen in Berlin zu schließen und nach Tschechien zu verlagern. Und das, obwohl das Werk in Berlin extrem profitabel arbeitet.

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„Wir fordern, die Produktion in Berlin zu halten“, so Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Knorr-Bremse handelt hier ohne Not und will 110 Arbeitsplätze vernichten und damit auch die Einkommen von 110 Familien. Die Verlagerung soll nach Tschechien gehen, um ein paar Prozent mehr Marge aus dem Unternehmen zu pressen. Das ist Gutsherren-Art und kein modernes Unternehmertum. Wir nennen es beim Namen: Gier! Die Beschäftigten im milliardenschweren Konzern Knorr-Bremse schuften in Deutschland 40 Stunden pro Woche, engagieren sich und arbeiten oft mehr und am Samstag. Als Dank dafür soll ihnen nun der Arbeitsplatz weggenommen und ins Ausland verlagert werden.“

Im Februar hatte Knorr Bremse mit einer Pressemitteilung informiert, dass mit einem Umsatz von 8,1 Milliarden Euro in diesem Jahr gerechnet wird. Der Konzern spricht von Höchstständen und von einem Konzernumsatz in Höhe von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der milliardenschwere Knorr-Bremse-Konzern ist bekannt dafür, ständig Tarifflucht zu begehen und auch ohne Not den Industriestandort zu verraten und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Knorr-Bremse ist eines der wenigen MDAX-Großunternehmen in der Metall- und Elektroindustrie nicht tarifgebunden.

„Die IG Metall steht an der Seite der Beschäftigten bei Hasse & Wrede“, so Andreas Buchwald, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin. „Was hier passiert ist Steinzeit-Kapitalismus reloaded. Hasse & Wrede verdient gutes Geld in Berlin und sollte seine Verantwortung für den Standort und seine Beschäftigten wahrnehmen. Wir werden mit allen Mitteln entschieden gegen die Abbaupläne vorgehen.“

Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0177 59 63 859, aw(at)aweingart.de

Hintergrund:

Hasse & Wrede ist seit 2001 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Konzerns Knorr Bremse. Rund 160 Beschäftigte fertigen im Bereich des Fahrzeugbaus Motorenkomponenten. Das traditionsreiche Berliner Unternehmen wurde 1897 von Carl Hasse und Julius Wrede gegründet. Der technologische Weitblick des Ingenieurs Wrede, ergänzt um die kaufmännischen Fähigkeiten seines Teilhabers Hasse, bildeten die Grundlage des Unternehmenserfolges. Hohe Entwicklungskompetenz und flexible Fertigungsabläufe ermöglichen schnelle Reaktionen auf die steigenden Anforderungen des Marktes. Als weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet des innovativen Dämpfer-Designs entwickelt HASSE & WREDE bereits seit über vierzig Jahren maßgeschneiderte Lösungen für die großen Motorenhersteller auf dem gesamten Globus.