In der Pressemitteilung heißt es weiter, dass in dem Tarifergebnis darüber hinaus vereinbart wurde, in weitere Verhandlungen mit dem Ziel zusätzlicher Arbeitsplatz- und Beschäftigungssicherung zu gehen. „Das Vorgehen des Vorstandes widerspricht und konterkariert diese getroffenen Vereinbarungen“, so der Gesamtbetriebsrat.
„Es ist unglaublich, was hier passiert. Erst werden in einem Tarifabschluss klare Vereinbarungen getroffen und dann bricht das Unternehmen kurz danach diese Vereinbarungen“, erklärt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Tarifverträge sind ein hohes Gut. Wenn damit begonnen wird, Vereinbarungen sofort nach Tarifabschluss mit Füßen zu treten, ist unsere Sozialpartnerschaft gefährdet. Ich fordere das Unternehmen auf, sich an die klaren Vereinbarungen zu halten.“
Und weiter: „Am Berliner Standort arbeiten zurzeit rund 1.400 Beschäftigte, die für die Marken des VW-Konzerns unter anderem an der Software-Architektur, dem Design sowie den Fahrassistenzsystemen arbeiten. Aus meiner Sicht ist CARIAD als Ganzes und unser Berliner Standort im Speziellen nicht nur integraler Bestandteil dessen, was den VW-Konzern langfristig aus der Krise bringt, sondern ein ebenso wichtiges Element in der Berliner Betriebslandschaft, das ich schlichtweg nicht bereit bin, kampflos aufzugeben.“
Im Dezember 2023 wurde bereits in einem mit CARIAD vereinbarten Eckpunktepapier festgehalten, dass erst Veränderungen in Organisation und Prozessen bei CARIAD stattfinden müssen. Also kann ein Stellenabbau danach nur über klare Begründung des Wegfalls von Arbeit erfolgen.
Mit welcher Motivation jetzt von CARIAD trotzdem pauschale Zahlen eines Stellenabbaus kolportiert werden, bleibt Spekulation. Aber die Vermutung liegt nahe, so der Gesamtbetriebsrat, dass die Verhandlungen über ein Freiwilligenprogramm durch die Öffentlichkeit beeinflusst werden sollen. Zu einem solchen Zeitpunkt in der Öffentlichkeit Zahlen zu verkünden und einen falschen Eindruck zu erwecken, wertet der Gesamtbetriebsrat als „fahrlässig und eine Missachtung der Mitbestimmung bei CARIAD“.
Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0177 59 63 859, aw(at)aweingart.de